Nov 30 2008
Norisbank wechselt ins Lager der Komplizierten
Der folgende Text war für die Veröffentlichung im Axel Springer Verlag bestimmt. Da es vergangenes Wochenende nicht dazu kam, können meine Stammleser ihn hier lesen:
Womit wurde die Norisbank seit der Eingliederung in die Gruppe der Deutschen Bank im vergangenen Jahr erfolgreich? Meine Meinung ist klar: die Einfachheit der Produkte.
Nachdem tausende Kleinanleger mit Zertifikaten aus dem Hause Lehman Brothers, die sie weder explizit wollten noch verstanden haben, auf die Nase gefallen sind, könnte man meinen, dass Banken zukünftig Produkte einfacher gestalten.
Die Norisbank geht bei ihrem Tagesgeldkonto „Top3-Zinskonto“ in eine andere Richtung. Bisher war jeder Kunde und jedes Geld der Bank gleich viel wert. Anleger, egal wie lange sie der Bank schon treu waren oder wie viel Geld sie eingezahlt hatten, bekamen denselben Zinssatz gutgeschrieben.
Tagesgeldeinsteigern empfahl ich seit 2007 die Bank besonders gern. Denn schon damals versprach das Tagesgeldkonto bis zum 31.03.2009 zu den drei besten Deutschlands zu gehören. Lockvogelangebote anderer Banken sowie ausländische Anbieter waren vom Vergleich, den man auf der Internetseite der Bank jederzeit einsehen kann, ausgeschlossen. Dies war das einzige Sternchen an den Produktbedingungen.
Am Montag dieser Woche kamen einige dazu: Die Norisbank unterscheidet zwischen altem und neuem Geld. Mit altem Geld sind die Spareinlagen vor dem 17.11.2008 gemeint. Dieses wird aktuell mit 4,1 Prozent verzinst. Die Verzinsung soll bis zum 30.06.2009 zu den besten drei gehören, verspricht das Institut. Der Zinssatz wird den Marktgegebenheiten angepasst. Frisches Geld, also neue Einzahlungen, werden mit 4,75 Prozent verzinst. Allerdings nur für maximal 50.000 Euro und nur bis zum 31.03.2009. Bestandskunden profitieren leider nicht automatisch vom neuen Zinssatz, wenn neues Kapital eingezahlt wird. Es muss laut Angebotsbedingungen erst ein zusätzliches Top3-Zinskonto eröffnet werden.

Angebotsbedingungen der Norisbank kurzgefasst
Zugegebenermaßen ist die Methode des subventionierten Zinssatzes für die Neukundenwerbung weder neu noch ehrenrührig, viele große Tagesgeldanbieter arbeiten damit. Allerdings bedauere ich, dass wieder eine Bank die Konditionen verkompliziert hat.
Bildmaterial: Norisbank
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